Besuch der Synagoge - Hugo-von-Trimberg Grund- und Mittelschule

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Besuch der Synagoge

Schulleben > Schuljahr 2017/2018 > Mittelschule
Besuch der V1 in der Synagoge

Zum Abschluss unserer Projektwochen zum 9. November besuchten wir die Synagoge in der Willy-Lessing-Straße. Frau Tatjana Manastyrskaia führte uns am Vormittag durch das Haus und beantwortete alle unsere Fragen.

Bevor es nach dem Passieren der Sicherheitsschleuse losging, wurden die Jungs mit den typischen Mützen, den Kipas ausgestattet, wie es sich für Männer in der Synagoge gehört. Wir erfuhren viel über jüdisches Leben in Bamberg während des Dritten Reichs und heute.

Frau Manastyrskaia erzählte uns von Willy Lessing, dem Namenspaten der bekannten Bamberger Straße, der als streng gläubiger Jude in der Reichspogromnacht versuchte, die Tora-Rollen aus der brennenden Synagoge zu retten und später an den Misshandlungen der SS-Leute starb.

Anhand eines von den Kindern der Gemeinde gebastelten Kalenders erklärte sie uns die jüdischen Feiertage und ihre Gebräuche. Wir sahen ein Modell der zerstörten Synagoge und viele Gegenstände, die man für die Feier des Sabbat oder im Gottesdienst braucht.

Wer hätte gedacht, dass der für die Juden typische Stern aus dem ersten und dem letzten Buchstaben des Namens von König David zusammengesetzt ist?

Wir erlebten Rituale wie das Berühren der Mesusa (eines Kästchens am Türstock mit ei-nem Gebetszettel darin) und des Küssens der Finger danach oder auch das Händewa-schen nach dem Besuch der Synagoge.

Während unseres Gesprächs im eigentlichen Synagogenraum fielen uns aber viele Ähn-lichkeiten zu christlichen oder auch muslimischen Gotteshäusern oder Glaubensinhalten auf. Das Verbot von Schweinefleisch oder Bildern, die Verpflichtung zur Beschneidung der Jungs, die 10 Gebote oder allen drei Religionen gemeinsame Propheten sowie der Glaube an einen einzigen Gott.

Frau Manastyrskaia erzählte uns auch, wie man Jude werden kann und was passiert, wenn ein Jude einen nicht-jüdischen Ehepartner heiratet – alles gar nicht so leicht wie man denkt.
Zum Schluss durften wir noch die Mikwe anschauen. Das ist ein Bad, in dem sich Juden reinigen, wenn sie z.B. heiraten oder auf Geschäftsreise gehen. Das Wasser für die Mik-we muss lebendig sein, deswegen wird dafür kein Leitungs-, sondern nur Quell- oder in Bamberg Regenwasser eingefüllt und dann erwärmt.

Ich fand diesen Besuch sehr interessant, da ich noch nie in einer Synagoge war und so einmal sehen konnte, was das überhaupt ist, worüber man immer im Geschichtsunterricht spricht. Ich finde es gut, dass man auch so einen Ausflug macht, weil man somit viel über jüdische Geschichte in Bamberg (nicht nur irgendwo in der Welt) lernt, über die Gemeinde selber, über ihr Leben und ihre Erfahrungen spricht und vieles mitnimmt.
Meine Empfehlung ist auf jeden Fall, dass auch andere Klassen diese Besuchsmöglichkeit wahrnehmen, denn es war wirklich sehr spannend zum Zuhören.

von Jasmin, Dorian und Sebastian, Klasse V1

Am Luitpoldhain 59
96050 Bamberg

Telefon:   0951 91605-0
Telefax: 0951 91605-50

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü